Die verwitwete Frau Capellmeisterin Bach


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Die verwitwete Frau Capellmeisterin Bach

Artikel-Nr.: 978-3-95755-642-4

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Autor: Eberhard Spree
ISBN: 978-3-95755-642-4
Festeinband, BxH 21x29,7 cm, zahlreiche Abbildungen, Tabellen und Diagramme, einfarbig, 308 Seiten
Verlag: Kamprad

Studie über die Verteilung des Nachlasses von Johann Sebastian Bach

Johann Sebastian Bach starb nicht als armer Mann. Trotzdem soll seine Ehefrau Anna Magdalena Bach nach seinem Tod sofort verarmt sein, war von außerfamiliärer finanzieller Unterstützung abhängig und starb verlassen in bitterster Armut. So ist es oft zu lesen. Falls das stimmt: Warum hatte ihr Mann sie nicht als Alleinerbin eingesetzt? War ihm ihr Schicksal gleichgültig? Warum wurde sie nicht von den erwachsenen Kindern unterstützt?

Diesen Fragen geht Eberhard Spree in der vorliegenden Publikation nach, für die er zahlreiche Quellen auswertete und der Bachforschung bisher unbekannte Dokumente erschloss.

 
Am Anfang der Forschungen stand das Interesse an einem Bergwerksanteil, den Johann Sebastian Bach an seinem Lebensende besaß. Dokumente im Bergarchiv Freiberg, in denen sein Name vielfach erwähnt wird und die bisher nicht bekannt waren, geben nähere Auskünfte über sein diesbezügliches Engagement beim Ursula Erbstolln. Nach seinem Tod übernahmen seine Erben, u.a. seine Witwe, diesen Bergwerksanteil. Dazu waren sie nicht verpflichtet. Ebenso wenig hätten sie dieses Silberbergwerk finanziell unterstützen müssen, was sie aber taten. Das steht im Widerspruch zu der These, dass Anna Magdalena Bach nach dem Tod ihres Mannes sofort verarmte und kaum die finanziellen Mittel für das tägliche Überleben besaß.

So zogen Erkenntnisse über diesen Bergwerksanteil Beschäftigungen mit der Erbaufteilung und dem Verhalten der Witwe dabei nach sich. Daraus entwickelten sich weitere Fragen. Gibt es Hinweise, dass sie durch eigene Tätigkeiten zu ihrem Auskommen und dem ihrer Kinder beitrug? Wurde das vielleicht sogar von ihr erwartet? Gab es Kontakte zu auswärtig lebenden Mitgliedern ihrer Familie oder kümmerten diese sich nicht um ihr Schicksal?

Beantwortete Fragen schufen so immer wieder die Voraussetzungen für neue Fragestellungen. Dazu waren montanwissenschaftliche Forschungen, Beschäftigungen mit dem Erbrecht und die Suche nach weiterführenden Kenntnissen über die Stellung und die Möglichkeiten der Witwe Anna Magdalena Bach in der Gesellschaft der Frühen Neuzeit notwendig. Die Ergebnisse dieser Forschungen wurden in der vorliegenden, mit zahlreichen Abbildungen historischer Dokumente ausgestatteten Publikation zusammengefasst, die eindrucksvolle Einblicke in die Gesellschaft Mitte des 18. Jahrhunderts gibt und in Bezug auf die Familie Bach einige hartnäckig kolportierte Urteile und Einschätzungen hinterfragt.

Inhalt:

Einleitung
1. Der Bergwerksanteil im Nachlassverzeichnis Johann Sebastian Bachs
2. Jahreseinkünfte um die Mitte des 18. Jahrhunderts in Mitteldeutschland
3. Das Nachlassverzeichnis und die auf den 11. November 1750 datierte Zusammenfassung der Vereinbarungen der Erben
4. Die Aufstellung des Nachlassverzeichnisses Johann Sebastian Bachs
5. Die schriftliche Zusammenfassung der Erben über ihre Vereinbarungen zur Verteilung der im Nachlassverzeichnis Johann Sebastian Bachs aufgeführten Posten
6. Einkünfte der Anna Magdalena Bach von August 1750 bis Ostern 1751
7. Das Stiftsrat Bornsche Legat
8. „Almosenzahlung“ an die Witwe Anna Magdalena Bach
9. Anmerkungen zum Stand der Frau Capellmeisterin Bach
10. Hinweise auf selbsterwirtschaftete Einkünfte der verwitweten Frau Capellmeisterin Bach
11. Die Witwe Anna Magdalena Bach und ihre Familie
12. Als „Almosenfrau“ verstorben – Anmerkungen zum Begräbnis der Anna Magdalena Bach
Resümee

Anhang
I. Abschrift vom Nachlassverzeichnis Johann Sebastian Bachs
II. Abschrift der schriftlichen Zusammenfassung der Vereinbarungen der Erben zur Verteilung der im Nachlassverzeichnis Johann Sebastian Bachs aufgeführten Posten

Nachwort

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